Einstiegsphase - Verantwortlichkeiten und Ziele

Die Stammesvorstände sind verantwortlich für die Auswahl und die Berufung der Gruppenleitungen und für deren Einstieg in die Woodbadge-Ausbildung.. Die Einstiegsphase neuer LeiterInnen ist unterteilt in den Einstieg mit zwei Schritten und die Praxisbegleitung.

1. Der Woodbadge-Einstieg in zwei Schritten

Im Einstieg stehen die Motivationsklärung und die bewusste Entscheidung zum Leiter/in-Sein im Vordergrund. Zudem werden erste Grundlagen vermittelt und ein erstes Handwerkszeug zur Gestaltung und Organisation von Gruppenstunden an die Hand gegeben.


Schritt 1: Gespräch zwischen Stammesvorstand und den neuen Leiter/innen zur Klärung grundlegender Fragen des Leiter/innen-Seins: Grundlagen des Leiterseins, Motivation und Ausbildung in der DPSG

Ort der Ausbildung: Stamm
Ausbilder/innen:

  • Stammesvorstand (verantwortlich)
  • Bezirksvorstand, Mitglieder Bezirksleitung

Mögliche Formen:
  • Abendveranstaltung als Anstoß, weitere Reflexion in Praxisbegleitung
  • Wochenende mit Schritt 2

Wichtigkeit: Muss
Zeitaufwand ca. 2 Zeitstunden

Ziele:
Die Leiterin/der Leiter …

  • versteht die Grundlagen des Leiterseins
  • kennt ihre/seine Motivation zur Leitungsübernahme und den Grad ihrer/ seiner Begeisterung
  • hat eine Übersicht über die Woodbadge-Ausbildung und Weiterbildung in der DPSG und kennt die Ausbildungsebenen
  • versteht die Bedeutung der Woodbadge-Ausbildung für ihre/seine Leitungstätigkeit

Inhalte:

  • Grundlagen des Leiterseins
  • „Leitung“ – was heißt das?
  • Leitungsverantwortung übernehmen
  • Bedeutung der eigenen Person
  • Motivation/Begeisterung
  • Motivation / was motiviert mich?
  • Möglichkeiten zur Frustrationsbewältigung / Schutz vor burn-out / eigene Grenzen erkennen
  • Erwartungen, Wünsche und Befürchtungen als Gruppenleiter/in
  • Übersicht über und Bewusstsein für Ausbildung
  • Das Ausbildungs- und Weiterbildungskonzept der DPSG: Aufbau, Ausbildende, Inhalte, Ziele und Angebote/Termine

Links
(Bundes-Ausbildungshomepage)


Schritt 2: Gestaltung und Organisation von Gruppenstunden

Ort der Ausbildung Stamm / Leiterrunde bzw. Bezirk
Ausbilder/innen

  • Stammesvorstand (verantwortlich), erfahrene Leiter/innen
  • Bezirksvorstand, Mitglieder der Bezirksleitung
  • ggf. Diözesanarbeitskreise; Bildungsreferent/innen des Verbandes

Mögliche Formen
  • Reihe von Abendveranstaltungen
  • zwei Tagesveranstaltungen
  • eine Wochenendveranstaltung

Wichtigkeit Muss
Zeitaufwand ca. 10 Zeitstunden

Ziel:
Die Leiterin/der Leiter ist in der Lage, Gruppenstunden selbständig vorzubereiten, durchzuführen und nachzubereiten. Teilziele: Die Leiterin/der Leiter …

  • kennt Möglichkeiten und Elemente eines Gruppenstundenablaufs
  • hat sich mit Fragen der „Gruppenkultur“ auseinandergesetzt und kennt Möglichkeiten zur Gestaltung einer stilvollen Gruppenatmosphäre
  • kennt das Modell der Gruppenphasen und das damit verbundenen Verhalten von Gruppenmitgliedern
  • kennt die Begriffe Motivation und Animation und weiß um deren Bedeutung in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen
  • kennt ein Grundrepertoire an altersgemäßen Spielen, Liedern und kreativen Methoden
  • kennt die Bedeutung von Partizipation von Kindern und Jugendlichen und wichtige Umsetzungsmöglichkeiten
  • kennt die Bedeutung der Elternarbeit (je nach Stufe) in der DPSG
  • kennt die Bedeutung der Reflexion mit Kindern und Jugendlichen und ein paar Methoden
  • kennt wichtige lokale Unterstützungsmöglichkeiten

Inhalte:

  • Ablaufelemente zur Vorbereitung, Durchführung und Auswertung von Gruppenstunden und deren Umsetzungsmöglichkeiten
  • Bedeutung der Gruppenstunde als Element der kontinuierlichen Arbeit (in Ergänzung zu Lager und Fahrt)
  • Stil und Gruppen-/Truppkultur als besonderes Kennzeichen pfadfinderischer Pädagogik (welche Gestaltungselemente sind möglich; wiederkehrende Elemente und Rituale, was ist unter Motivationsaspekten zu beachten, Beteiligung von Kindern / Jugendlichen an Vorbereitungen usw.);
  • Methoden zur Gestaltung von Gruppengesprächen mit Kindern (z.B. Aufmerksamkeitsspanne, Gesprächsregeln, Sprechersymbol/“Redestab“ usw.);
  • Modell der Gruppenphasen (Orientierung, Positions- und Rollenklärung, Vertrautheit und Intimität; Differenzierung; Ablösung); Transfer auf die eigene Gruppensituation
  • ggf. Konfliktanalyse und Umgang mit Konflikten
  • die Begriffe Motivation und Animation, deren Gemeinsamkeiten und Unterschiede;
  • Gestaltungsaspekte von Animation (= alle Sinne ansprechen, Stimmungen dämpfen oder puschen etc.);
  • nach Bedarf und Vorkenntnissen der Teilnehmer/innen möglichst praktische Vermittlung von Spielen und kreativen Methoden (z.B.: Musik + Lieder, Tanz, Reflexion, religiösen Impulsen) zur Gestaltung der Gruppenstunden;
  • Vorstellen von Hilfsmitteln (Spiele- und Methodenbücher, Planspiele etc.);
  • Anleiten von Spielen;
  • Möglichkeiten zur Partizipation von Kindern und Jugendlichen;
  • praktische Gestaltungsmöglichkeiten (Kleingruppensystem, Meuten- bzw. Trupprat, Abstimmungsmethoden, …)
  • stufenspezifisch: Elternarbeit (u.a. Informationsrechte der Eltern und Umgang damit, Mitarbeit & Einbindung der Eltern)
  • Begriff „Reflexion“ und wichtigste Bedingungen
  • Bedeutung der Reflexion in der Gruppenarbeit
  • methodische Beispiele zur Reflexion
  • nach Bedarf: lokale Unterstützungs- und Entlastungsmöglichkeiten, z.B.:
  • personell: Experten für gruppenstundenrelevante Informationen;
  • materiell: wo gibt es Videokameras? Wie komme ich an Papierrollen? usw.);
  • Unterstützungsmöglichkeiten, insbesondere bei Unfällen

2. Die Praxisbegleitung

Die Praxisbegleitung ist keine einzelne Veranstaltung, sondern ein Prozess. Hier soll gewährleistet sein, dass ein Vorstandsmitglied oder ein/e erfahrener/r Leiter/in im Stamm die Neuleiter/in in der Einstiegsphase begleitet und qualifiziert berät.

Ort der Ausbildung Stamm
Ausbilder/innen:

  • Stammesvorstand (verantwortlich)
  • Erfahrene Leiter/innen im Leitungsteam & Stamm

Wichtigkeit Muss
Zeitaufwand: Die Begleitung sollte als Prozess im ersten Jahr des Leiter/innen-Daseins regelmäßig stattfinden, anfangs stärker und bis zum Ende der Modulausbildung nach Bedarf.

Ziele des Prozesses:
Die Leiterin/der Leiter …

  • macht die Erfahrung von Begleitung und Lernerfolgen
  • kann Probleme aus dem Gruppenalltag mit erfahrenen Leiter/innen lösen
  • kann Situationen verstehen, erlangt Orientierung
  • kann mit den eigenen Kräften haushalten
  • ist entlastet und geschützt vor Überforderung und „Burn-out“

Inhalte:
Themen ergeben sich aus dem Gruppenstundenalltag, z.B.

  • „Erste Hilfe“ bei schwierigen Kindern – Möglichkeiten zum Schutz vor Überforderung;
  • Mehrheitsprinzipien, Umgang mit Minderheiten usw. bei Entscheidungen
  • Transfer theoretischer Inhalte in die eigene Praxis (was ist übertragbar, was nicht? was ist zu beachten?)
  • Zielgeleitetes Vorgehen (Ziele definieren/fixieren/Zielerreichung überprüfen)
  • Selbstreflexion (z.B. Wie verhalte ich mich in der Gruppe?, Wie leite ich?, Was läuft, was nicht? Warum? Wie läuft es besser?) und transparentes Arbeiten (anderen Einblick in die eigene Gruppenarbeit gewähren)
  • Auf sich selbst achten

Berufung:
Auf dieser Grundlage erfolgt nach Abschluss des Einstiegs in die Ausbildung die Berufung der Leiterin / des Leiters durch den Stammesvorstand. Die Berufung soll in einem angemessenen Rahmen stattfinden. Roverrunden wählen ihre Leitungsteams nach Rücksprache mit dem Stammesvorstand. Diese Wahl kann durch die Urkunde bewusst mit getragen werden. Mit dieser ersten Anerkennung übernehmen die Leiterinnen und Leiter auch ihre Verantwortung. Jedem Start-Set für neue Leiterinnen und Leiter liegt eine Blanko-Urkunde zur Berufung vor. Diese kann mit Hilfe der folgenden Word-Datei individuell angepasst und ausgedruckt werden (Link zur Bundes-Ausbildungshomepage):


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