Ausbildungsziele

1. Leitbild: Leiterinnen und Leiter in Entwicklung

Lernen von Leitung als fortwährender Prozess
Die Ordnung unseres Verbandes versteht Leiterinnen und Leiter als Männer und Frauen, die Kinder und Jugendliche begleiten und sie zur zunehmenden Selbstbestimmung befähigen. Daraus erwächst unser Leitbild der interessierten, motivierten und eigenverantwortlich handelnden Leiterinnen und Leiter. Mit der Übernahme von Leitung übernehmen junge Frauen und Männer Verantwortung in unserem Verband. In der Ausbildung erwerben sie die nötigen Kompetenzen zu dieser Tätigkeit. Qualifizierte Leitung erfordert dabei eine fortwährende Reflexion und Überprüfung des eigenen Tuns sowie ein Einstellen auf veränderte gesellschaftliche Situationen und die Situation der Kinder und Jugendlichen.

Leitungsfähigkeit: Identität und Kompetenz
Gute Leitungsfähigkeit setzt sich aus zwei Komponenten zusammen. Die „technische“ Seite der Kompetenzen richtet sich aus auf Fachwissen, Methodenkenntnisse oder auch Fertigkeiten zur Analyse von Gruppenprozessen. Die „persönliche“ Seite der Identität von Leiterinnen und Leitern beschreibt vor allem das, was sie an sozialer, aber auch an personaler Identität einbringen. Wert und Normvorstellungen, aber auch Rollenbilder spielen hier eine große Rolle. Beide Seiten wirken aufeinander: neue Kompetenzen führen zur Auseinandersetzung mit der eigenen Identität, verändern diese unter Umständen – und umgekehrt. Zusammen bilden sie die Grundlage zur Leitungsfähigkeit. Deren kontinuierliche Reflexion wirkt wiederum auf das Miteinander von Identität und Kompetenz ein.

Überprüfung in der Ausrichtung auf Leiterinnen und Leiter
Auch das Ausbildungskonzept braucht eine entsprechende regelmäßige Reflexion und Überarbeitung, wenn es sich an den Leiterinnen und Leitern und ihrer Lebenswirklichkeit ausrichtet. Eine solche Reflexion überprüft sowohl das zugrunde liegende Leitbild, als auch die gesellschaftlichen Realitäten der Leitenden. Sie wird immer unmittelbare Auswirkungen auf die Gestaltung von Ausbildungsveranstaltungen wie auch die Inhalte der Ausbildung haben.

2. Grundzüge und Rahmen der Ausbildung

Stufenspezifisch Grundkompetenzen und Weiterbildung
Ein gesamtverbandliches Ausbildungskonzept muss sehr unterschiedlichen Ansprüchen genügen und macht deshalb Aussagen zu den Rahmenbedingungen wie zu den verbindlichen Inhalten der Ausbildung. Das Gesamtkonzept ist stufenübergreifend angelegt. Einzelne Inhalte müssen stufenspezifisch differenziert werden. Die Inhalte der Ausbildung lassen sich grob in zwei Bereiche gliedern. Einige betreffen grundlegende Kompetenzen, die zur Ausübung von Leitung nötig sind. Diese werden als grundlegendes „Handwerkszeug“ in der Woodbadge-Ausbildung vermittelt. Daneben sind aufgrund besonderer Gegebenheiten vor Ort, persönlicher Interessen oder besonderer Angebote weiterführende und vertiefende Angebote wünschenswert. Diese finden ihren Platz in der Weiterbildung.

Verbindlichkeit
In der Woodbadge-Ausbildung qualifizieren sich alle, die neu in die Gruppenleitung einsteigen, durch eine überschaubare und überprüfbare Ausbildung für ihre Aufgabe. Diese Ausbildung ist für alle Leiterinnen und Leiter der DPSG verpflichtend und vermittelt grundlegende Elemente pfadfinderischen Wissens, der Gruppenstundenpraxis und Grundzüge unserer Pädagogik sowie der Identitäts- und Rollenfindung als Leiterin und Leiter.

Mindeststandards
Dieses Konzept legt dazu Mindeststandards fest, die in den unterschiedlichen Ausbildungsorten und Ebenen des Verbandes umgesetzt werden. Zugleich ist eine Unterscheidung wichtig zwischen dem, was Leitende bei Beginn ihrer Tätigkeit gelernt haben sollen (sozusagen „learning before doing“) und dem, was sie sich als Erfahrung ihrer Tätigkeit aneignen („learning by doing“).

Voraussetzungen
Mindestalter für die verantwortliche Wahrnehmung der Leitung von Gruppen ist 18 Jahre, für die Roverstufe 21 Jahre. Ab diesem Alter ist der Einstieg in die Woodbadge-Ausbildung möglich. Weitere Voraussetzung für die Ausbildung ist die aktive - bzw. die absehbar bevorstehende - Ausübung einer Leitungstätigkeit.

2.1 Woodbadge-Ausbildung als Basisausbildung für alle

Gliederung Umfang
Die Woodbadge-Ausbildung ist die pfadfindertypische, international anerkannte Ausbildung für Leiterinnen und Leiter. Sie gliedert sich nach diesem Konzept in den Einstieg und die Praxisbegleitung, Veranstaltungen zu drei Bereichen (Woodbadge- Module), den Woodbadge-Kurs und die Woodbadge-Reflexion. In einer Zeit, in der sich junge Männer und Frauen überwiegend in kürzeren Zeitspannen engagieren, muss eine Ausbildung in begrenzter Zeit komplett abschließbar sein, will sie einen Nutzen für die Ausübung der Tätigkeit haben. Zugleich hat sie eine Vielzahl an Inhalten zu vermitteln. Das vorliegende Konzept sieht einen Umfang von 12 Stunden für den Einstieg, 42 Pflichtstunden (incl. „Sofortmaßnahmen am Unfallort“) und 20 Kannstunden für den Modulbereich sowie 9 Tage für den Woodbadge-Kurs vor. Diese Ausbildung sollte innerhalb von zwei Jahren zu beenden sein.

2.2 Weiterbildung

Eigenmotivation von Leiterinnen und Leitern Qualifizierung für spezielle Zielgruppen
Lernen ist ein lebenslanger Prozess. Deshalb gehen wir davon aus, dass Leiterinnen und Leiter ein Interesse an der ständigen Weiterentwicklung ihrer Kompetenzen und damit einer qualifizierten Weiterbildung haben. Zudem gehen wir davon aus, dass gut ausgebildete Leiterinnen und Leiter dem Verband länger zur Verfügung stehen, weil sie hier ihre Erfahrungen einbringen können und in der Weiterbildung etwas für ihre eigene Weiterentwicklung tun können. Nicht zuletzt deshalb bietet die Weiterbildung erfahrenen Leitungskräften eine Bandbreite, die ihre individuellen Vorlieben und regionale Schwerpunkte berücksichtigt. Ein weiterer Bereich ist die Qualifizierung von Verbandsmitgliedern die weitere Aufgaben wahrnehmen. Dies betrifft z.B. die Vorstände in Stamm, Bezirk und Diözese, Referentinnen und Referenten der Stufen und Facharbeitskreise, Mitglieder in Arbeitskreisen, … Auch hier ist eine grundlegende Ausbildung, aufbauend auf der Woodbadge-Ausbildung, sinnvoll und notwendig. Umfangreichere und themenspezifische Weiterbildung bietet darüber hinaus oben genannte Chancen auch für diese Zielgruppen.


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